Alter & Pflege

Demographie - Alternde Bevölkerung

Seniorin, Frau, Einkaufstasche © NetDoktor.de

Deutschland schrumpft ...

Die deutsche Bevölkerung schrumpft und altert. Heute leben noch mehr als 82 Millionen Menschen in Deutschland, im Jahr 2050 werden es nur noch 69 bis 74 Millionen sein, prognostiziert das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Die Ursachen für den Bevölkerungsschwund seien der Rückgang der Geburtenraten und die Zunahme der Sterbefälle. Das Geburtendefizit ließe sich auch durch eine erhöhte Zuwanderung aus dem Ausland nicht mehr kompensieren, so die Einschätzung. Selbst die steigende Lebenserwartung und eine höhere Kinderzahl pro Frau könnten den Bevölkerungsschwund nicht verhindern. Der Rückgang sei nicht mehr aufzuhalten, so das Statistischen Bundesamtes.

... und altert

Es wird aber nicht nur weniger Kinder, sondern immer mehr ältere Menschen geben, die zudem noch länger leben. Die Zahl der 60-Jährigen wird den Prognosen zufolge im Jahr 2050 etwa eine Million betragen und damit doppelt so hoch sein wie die Zahl der Neugeborenen. Im Jahr 2005 gab es fast genauso viele 60-Jährige wie Neugeborene. Die Zahl der 80-Jährigen wird von heute knapp vier Millionen auf rund zehn Millionen im Jahr 2050 klettern. Die Lebenserwartung von Frauen liegt dann bei etwa 88 Jahren im Schnitt, die von Männern bei 83,5 Jahren.

Pflege - die Statistik

Was bedeutet das für die zukünftige Pflegesituation in Deutschland? Antworten liefert die Pflegestatistik 2007 des Statistischen Bundesamtes. Die Daten werden alle alle zwei Jahre erhoben.

  • Es gab knapp 2,3 Millionen Pflegebedürftige im Jahr 2007 - das waren sechs Prozent mehr als 2005.
  • Die Mehrheit (68 Prozent) waren Frauen.
  • 83 Prozent der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter; 35 Prozent 85 Jahre und älter.
  • Mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden zu Hause (ambulant) versorgt (68 Prozent bzw. 1,54 Millionen). Die meisten wurden allein durch Angehörige gepflegt.
  • Vollstationäre Dauerpflege in Pflegeheimen erhielten insgesamt 671.000 Pflegebedürftige. Die Zahl der vollstationär Dauerversorgten nahm dabei um 4,2 Prozent bzw. 27.000 zu im Vergleich zum Jahr 2005.
  • Bei den Pflegestufen ist – wie auch in den Vorjahren – ein überdurchschnitt-liches Wachstum bei den Pflegebedürftigen der Pflegestufe I festzustellen, aber auch bei den Pflegestufen II und III ist ein Anstieg zu verzeichnen.

Alter ist riskant

Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, pflegebedürftig zu werden. Während bei den 70- bis unter 75-Jährigen „nur“ jeder Zwanzigste (5 Prozent) pflegebedürftig war, beträgt die Quote für die ab 90-Jährigen 62 Prozent.

Interessant ist, dass Frauen ab dem 80. Lebensjahr eher pflegebedürftig sind als Männer in diesem Alter. Ein Beispiel: Bei den 90- bis unter 95-Jährigen Frauen liegt die Pflegequote (Anteil der Pflegebedürftigen an allen Menschen dieser Altersgruppe) bei 65 Prozent, bei Männern gleichen Alters sind es nur 44 Prozent. Eine betagte Frau hat also ein höheres Risiko ein Pflegefall zu werden als ein Senior.

Gesund oder krank?

Wenn die Bevölkerung weiter altert, wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren klettern - denn das Risiko steigt mit dem Alter. Zahlen des Statistischen Bundesamtes gehen von folgendem Szenario aus: Von heute 2,3 Millionen wird die Zahl auf 2,8 Millionen Menschen im Jahr 2020 anwachsen. Das ist ein Anstieg von etwa 39 Prozent von 2001 bis 2020.

Gleichzeitig wird den Berechnungen zufolge der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung steigen - auf 3,4 Prozent im Jahr 2020. Dies sind allerdings nur vorsichtige Schätzungen des Statistischen Bundesamtes.

Die Zahl der Pflegebedürftigen muss aber nicht proportional mit der Zunahme alter Menschen an der Gesamtbevölkerung steigen. Wichtig sind auch mögliche gesundheitliche Veränderungen und die Frage, ob die gewonnenen Lebensjahre in Gesundheit oder Krankheit verbracht werden. Dabei spielt auch der medizinische Fortschritt eine Rolle. Der Anstieg der Lebenserwartung kann auch mit einer besseren Gesundheit verknüpft sein.

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