Alter & Pflege

Hilfen im Alltag

altes Paar, Rollwagen © Photocase.de/nerek

Kleine Helfer

Für viele Senioren, aber auch Menschen mit Behinderungen nach einem Schlaganfall können die alltäglichsten Dinge wie das Öffnen einer Flasche oder Essen mit Besteck zum Problem werden. Damit ist nicht immer eine Gefährdung verbunden, aber die kleinen Hindernisse sind frustrierend und unangenehm. Inzwischen gibt es für viele der täglichen Probleme kleine, praktische Helfer. Einen Großteil dieser Utensilien finden Sie in Sanitätshäusern oder im Internet.

Elektronik

• Fernbedienung: Fast alle Fernbedienungen verfügen über viele kleine Knöpfe. Die meisten davon sind im Standard-Betrieb überflüssig und mit betagten Händen kaum richtig zu erwischen. Für Senioren gibt es speziell gestaltete Geräte, die wesentlich handlicher und übersichtlicher aufgebaut sind. Die wichtigsten Knöpfe wie Lautstärke und Senderwahl sind großzügig angelegt und auch mit eingeschränkt beweglichen Fingern problemlos zu drücken.

• Schnurlos-Telefon und Handy: Viele Telefon-Hersteller bieten inzwischen Geräte mit großen Tasten und gut lesbarem Display. Im Gegensatz zum momentanen Mini-Trend sind diese Modelle auch großzügiger geschnitten. Ein deutlich sichtbarer Notrufknopf gehört ebenfalls zur Ausstattung. Einige Schnurlos-Telefone verfügen über Schnellwahltasten, die Sie mit Bildern (z.B. Photos der Enkelin) markieren können.

• Sprechender Wecker: Stündlich oder auf Knopfdruck sagen diese Uhren Ihnen die Zeit an. Auf Wunsch können Sie sich von einem Hahnenschrei wecken lassen. Die meisten Geräte verfügen außerdem über eine große Digitalanzeige. Auch eine Armbanduhr mit den gleichen Eigenschaften ist erhältlich.

• Sprechendes Fieberthermometer: Pflichtbewusstes Fiebermessen bringt nichts, wenn Sie den Wert nicht ablesen können. Dieses Thermometer sagt Ihnen Ihre Körpertemperatur laut und deutlich an. Eine Digitalanzeige ist natürlich trotzdem angebracht.

Sicher unterwegs

• Rollator: Wenn Sie beim Gehen stärker eingeschränkt sind, hilft Ihnen der Rollator wieder auf die Beine. Er ist eine Stütze auf Rädern, die Sie bequem vor sich herschieben können. Mit den Handbremsen lassen sich die Räder jederzeit festmachen, damit Sie im Stehen einen besseren Halt haben. Auf der Sitzfläche können Sie kurze Pausen einlegen, wenn mal kein Stuhl und keine Parkbank in Sicht sind. Für den Einkauf bietet der vorne befestigte Drahtkorb Platz.

• Gehstock: Diese schlichten Gehhilfen sind unverzichtbar, wenn Sie etwas unsicher auf den Beinen sind. Moderne Gehstöcke verfügen über ein Blinklicht, damit Radfahrer Sie im Dunkeln nicht übersehen. Eingebaut ist auch eine Sirene, mit der Sie im Notfall auf sich aufmerksam machen können. All das gibt es auch als faltbare Variante, die problemlos in jede größere Handtasche passt.

• Gehhilfen-Ständer: Mit diesem System können Sie Ihre Gehhilfen nachrüsten. Zwei Gehstöcke lassen sich miteinander verbinden und bilden ein Kreuz. Zusätzlich klappt ein drittes Bein aus. Die Gehhilfen können Sie so an jedem Ort abstellen, ohne dass sie umfallen.

• Schuhspikes: Wenn Sie trotz eisigen Wetters nicht auf Ihren Spaziergang verzichten wollen, sollten Sie sich Spikes zulegen. Die Noppen sind an Ledersandalen angebracht, die sich leicht über die Schuhe ziehen lassen. Das gibt Ihnen mehr Bodenhaftung auf glatten Wegen. Die Spikes gibt es in verschiedenen Schuhgrößen.

• Eiskralle für Gehstöcke: Dieser verschraubte Aufsatz verfügt über Metallhäkchen, die sich in den vereisten Boden bohren. Im Winter gibt die Kralle mehr Sicherheit auf rutschigen Flächen. Vergessen Sie aber nicht, griffiges Schuhwerk anzuziehen!

• Einkaufstrolley: Dieser zweirädrige Gepäckwagen kann Ihnen den schweren Einkauf abnehmen. Statt volle Tüten zu schleppen, ziehen sie das Wägelchen einfach hinter sich her. So sparen Sie Ihre Kräfte und schonen die Gelenke. Achten sie darauf, dass der Griff des Trolleys ausreichend hoch ist, damit Sie Ihrer Wirbelsäule nicht schaden.

Senioren-Dreirad: Im Gegensatz zu einem normalen Rad hat das Dreirad zwei Hinterräder, was für zusätzliche Stabilität sorgt. Dazwischen hat außerdem ein großer Einkaufskorb Platz. Da die obere Rahmenstange fehlt, wird das Auf- und Absteigen erleichtert. Schaltung, Bremsen und Design sind modernen City-Rädern nachempfunden.

Haushaltshilfen

• Kirschkernsäckchen und Moorwärmflasche: Sobald die Koordinationsfähigkeit der Hände abnimmt, kann das Zubereiten einer Wärmflasche gefährlich sein. Wenn Sie das heiße Wasser versehentlich über Ihre Haut gießen, kann es zu schweren Verbrennungen kommen. Eine bessere Alternative bieten diese trockenen Wärmer. Beide können Sie für wenige Minuten in der Mikrowelle aufheizen und dann gefahrlos zum Wärmen nutzen.

• Greifhilfe: Optisch ähnelt das Instrument einer sehr langen Zange, es funktioniert wie eine Verlängerung des Arms. Mit der Greifhilfe können Sie Gegenstände sicher packen, die ansonsten außerhalb Ihrer Reichweite liegen. Die Zangen an der Spitze lassen sich in jeder Position festmachen. Auf diese Weise entgleitet Ihnen der Gegenstand nicht, auch wenn Ihre Handmuskeln ermüden.

• Schlüsseldrehhilfe: Dieser Plastikaufsatz erleichtert es Ihnen, mit den Hausschlüsseln zu hantieren. Er umschließt den hinteren Schlüsselteil und dient als verlängerter Griff. Dies ist besonders für Menschen sinnvoll, die unter einer Fingerschwäche oder Arthritis leiden.

• Flaschenöffner für Drehverschlüsse: Mit diesem kleinen Helfer öffnen Sie Flaschen und Einmachgläser ohne am Deckel abzurutschen. Optisch ähnelt das Hilfsmittel einer großen Gummikappe, die über den Verschluss gestülpt wird. Damit haben Sie alles gut im Griff.

• Griffverdickung: Bleistifte und Kugelschreiber sind für ältere Menschen oft zu schmal. Es gibt Kunststoff- oder Schaumstoffröllchen, die Sie über die Griffe stülpen können. So haben Sie mehr in der Hand und können wieder leichter die Feder schwingen.

• Langstieliger Kamm: Im Alter nimmt die Kraft in den Schultern ab. Viele schaffen es nicht mehr, ihre Arme hoch genug zu heben und sich zu kämmen. Ein Kamm mit extra langem Stiel hilft. Der Stiel ist in sich verschiebbar und lässt sich auf mehr als 30 Zentimeter Länge auseinander ziehen.

Essen und Trinken

• Besteck mit dickem Griff: Das feste Zupacken ist vor allem beim Essen wichtig. Normales Metallbesteck ist für ältere Menschen oft zu zierlich. Geeignet ist Besteck mit dickeren Griffen, die es in unterschiedlichen Stärken gibt.

• Anti-Rutsch-Tablett: Solche Tabletts sind so beschichtet, dass das Geschirr nicht verrutschen kann. Auch dann nicht, wenn das Tablett zu einer Seite leicht abkippt, weil die Kraft in den Armen beim Tragen nachlässt. So können Sie Ihre Mahlzeiten und den Kaffee wieder sicher transportieren.

• Jumbo-Eieruhr: Zum Tee ziehen lassen oder Eier kochen eignet sich eine Uhr mit extra großer Beschriftung. Sie haben jederzeit im Blick, wann der Tee oder das Ei fertig ist.

Kleidung

• Elastische Schnürsenkel: Statt Ihre Schuhe bei jeden An- und Ausziehen neu zu schnüren, können Sie mit elastischen Schnürsenkeln in den Schuh wie in einen Slipper hinein und heraus schlüpfen. Das lästige Knoten entfällt. Die elastischen Bänder werden wie gewöhnliche Schnürsenkel in den Schuh gebunden. Zum Anziehen wird er einfach gespreizt, die Bänder geben nach.

• Einknöpfhilfe: Die Einknöpfhilfe besteht aus einem handgerechten Griff und einer Metallschlaufe. Diese Schlaufe wird durch das Knopfloch gesteckt, der Knopf eingefangen und dann zurückgezogen. Menschen mit schwachen oder steifen Fingern kann dieses Gerät das Anziehen erleichtern.

Freizeit

• Pedaltrainer: Wenn Sie längere Zeit im Bett verbringen müssen oder die meiste Zeit sitzen, hilft Ihnen dieses Trainingsgerät, trotzdem fit zu bleiben. Ähnlich wie bei einem Fahrrad können Sie kräftig in die Pedale treten, allerdings auch im Liegen oder Sitzen. Mit regelmäßigen Übungen stärken Sie Ihre Beinmuskeln und Ihren Kreislauf.

• Spielkarten: Allein die Größe der Karten sollten einem Bridge-Abend nicht im Weg stehen. Postkartengroße Spielkarten für Senioren sorgen dafür, dass das Austeilen und Ordnen nicht in Fummelei ausartet. Eine Kartenmischmaschine ist zwar ein wenig Luxus, den Sie sich als passionierter Kartenspieler aber gönnen dürfen. Auf Knopfdruck mischt die Maschine ein komplettes Kartenspiel.

• Extragroße Würfel: Seniorengerechte Spielwürfel sind mit drei Zentimetern Kantenlänge deutlich größer als normale Würfel. Das erleichtert das Hantieren. Die Augenzahl lässt sich einfach ablesen.

• Großdruck-Bücher: Vielen Menschen fällt im Alter das Lesen der zierlichen Druckbuchstaben schwer. Deswegen müssen Sie aber nicht auf einen guten Krimi verzichten. Fragen Sie in Ihrer Buchhandlung nach Büchern in Großdruck. Die meisten Verlage drucken spezielle Editionen für ältere und fehlsichtige Menschen. Romane, Klassiker und Rätselhefte gehören zum Angebot.

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