Zahnschmerzen

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Zahnschmerzen - Au Backe!

Zahnschmerzen zählen zu den unangenehmsten Schmerzen. Sie entstehen, wenn die Nerven in den Zähnen durch Druck, Verletzungen oder Chemikalien gereizt werden. Versorgt werden die Zähne durch Seitenäste eines bestimmten Nervs (Trigeminusnerv), der auch für verschiedene Kaumuskeln sowie Mund- und Nasenschleimhaut zuständig ist.

Diese Nerven sind extrem empfindlich und schon kleinste Reizungen führen zu unangenehmen Empfindungen. Bei manchen Zähnen ist außen kein fester Zahnschmelz mehr vorhanden, der den Zahn schützt. Liegt beispielsweise das weitaus empfindlichere Dentin am Zahnhals frei, so genügt das leichte Antippen der ungeschützten Stelle mit dem Fingernagel, um Schmerzen auszulösen. Auch heiße oder kalte Getränke sowie Zucker verursachen bei manchen Menschen ein kurzes Ziehen. Die Ursache können winzige, kaum sichtbare Risse im Zahnschmelz sein.

Häufigster Auslöser: Karies

Der häufigste Auslöser für Zahnschmerzen ist Karies. Der Schmerz setzt ein, wenn sich die Erreger bis zum Dentin vorgearbeitet haben. Das ist ein Warnsignal! Spätestens jetzt ist eine Behandlung beim Zahnarzt fällig. Auch undichte Füllungen oder Kronen lösen Schmerzen aus, weil die empfindlichen Stellen direkt darunter liegen oder sich an undichten Kronenrändern Karies gebildet hat. Manchmal befindet sich auch unter einer dichten Füllung noch Karies, die den Zahn weiterhin unbemerkt schädigt.

Entzündung: Dicke Backe

Dringen Erreger bis ins Zahninnere vor (tiefe Karies), kann sich die Pulpa entzünden (Pulpitis): Der Zahn beginnt zu pochen und die Schmerzen sind stark bis unerträglich. Besonders häufig geschieht dies nachts, weil die Wärme des Bettes den Entzündungsprozess unterstützt. Unbehandelt bleiben diese Schmerzen tagelang bestehen und hören erst auf, wenn die Pulpa abgestorben ist.

Doch auch tote Zähne können Ärger verursachen. Ist ein Zahn bereits abgestorben, können auch Zahnfleisch und Wangen anschwellen. Die Entzündung kann sich von der Zahnwurzel ausgehend sogar bis in den Kieferknochen ausbreiten. An diesem Punkt verstärken sich die Schmerzen noch einmal, die Wange und Lymphknoten schwellen an ("dicke Backe"), der Patient bekommt Fieber und ist deutlich geschwächt. Durch die starke Schwellung kann auch der betroffene Zahn ein Stück heraus treten und dadurch länger erscheinen. Eine solche Entzündung muss eiligst professionell behandelt werden.

Weitere Ursachen

Zahnschmerzen können auch andere Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem:

  • Entzündung der Zahnfleischtaschen (Parodontitis);
  • Zahnfehlstellungen;
  • Fehlbelastung der Zähne bei nächtlichem Knirschen (Bruxismus);
  • Bei Kindern: Durchbruch der Zähne bzw. Weisheitszähne;
  • Verletzungen nach Unfällen: Biss auf einen harten Gegenstand (z.B. Gabel), Sturz, ausgeschlagene Zähne;
  • Die Zahnbehandlung: Bohren, schlecht isolierte Metallfüllungen, chemische Reize durch Reinigungs- oder Klebearbeiten, zu hohe, beim Aufbeißen störende Füllungen;
  • Das Übergreifen einer Entzündung von der Kieferhöhle (Sinusitis maxillaris) auf den Kieferknochen.

Vorgetäuschte Zahnschmerzen

Bei einigen Erkrankungen können die Schmerzen in den Kiefer ausstrahlen und so Zahnschmerzen vortäuschen. Dazu zählen:

Sofortmaßnahmen

Die Ursache für die Schmerzen kann nur ein Fachmann feststellen und beseitigen. Der Weg zum Zahnarzt ist also unumgänglich. In aller Regel erhalten Schmerzpatienten sehr rasch einen Termin. Die Zeit bis dahin lässt sich aber mit ein paar Hilfsmitteln überstehen.

  • Bei einer Entzündung reduzieren kalte und feuchte Lappen oder eingewickelte Eisbeutel (sonst zu starke Kühlung) die Schwellung und lindern auch die Schmerzen ein wenig. Wärme, Alkohol, Nikotin oder Koffein bewirken das Gegenteil und sollten vermieden werden.
  • Vermeiden Sie unbedingt körperliche Anstrengungen.
  • Salbeitee und zerkaute Gewürznelken sind alte Hausmittel: Sie wirken leicht entzündungshemmend und besänftigen auch den Schmerz.
  • Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalizylsäure (ASS) wirken gut gegen Zahnschmerzen. Ihre volle Wirkung entfalten die Tabletten nach etwa 30 bis 60 Minuten, bei Brausetabletten geht es etwas schneller. ASS hemmt allerdings auch die Blutgerinnung, Wunden bluten dann deutlich länger. Vor und nach einem operativen Eingriff - dazu gehört auch eine Zahnentfernung - ist ASS deshalb ungeeignet.

Notdienst

Treten Zahnschmerzen und -entzündungen außerhalb der üblichen Praxiszeiten auf, hilft der zahnärztliche Notdienst. Öffnungszeiten und Adressen der diensthabenden Zahnärzte erfahren Sie über die Zahnärztekammern oder örtliche Tageszeitungen.

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